Von manchen Büchern, die diese Jahre, vielleicht dieses Jahrhundert überleben, könnten viele in kleinen Verlagen und engem Poetenwinkel erschienen sein. Sicher es gibt Ausnahmen…

 

 

Zeugen ihrer Zeit

Bedeutende Persönlichkeiten von 800 – 1750. 

 

Das Buch "Zeugen ihrer Zeit" von Dittker  Slark stellt in Kurzbiografien eine Auswahl der deutschen Geistesgeschichte vor: „Damit sind Menschen gemeint, die in ihrem Wirken und Schaffen in jener Epoche, in der sie lebten, Bedeutendes in Literatur, Kunst, Kultur und Wissenschaft geleistet haben…“.

Wenn die Reiselust heute weltweit grenzenlos ist, so gibt es Ziele, deren Beliebtheit ungebrochen ist wie – der Bodensee. Der erste schwäbische Dichter Walahfried Strabo (um 800-849): Poet, Gelehrter und Abt des Reichenauer Benediktinerstiftes, lebte zeitweilig auf dem ‚paradiesischen Eiland‘– das bald den Ruf als Ausgangsort der Dichtung und des Gesangs erhielt. Auf dieser ‚seligen Insel‘ dichtete er im Jahre 843 sein schönstes Werk „De cultura hortorum“, das auch als „Hortulus“ bezeichnet wird. Seine Erkenntnisse lauten: dass Menschen und Pflanzen aus dem gleichen Lebensurgrund erschaffen wurden.

Im 14. Jahrhundert wurde in der niederrheinischen Stadt Kempen der Mystiker und Dichter, Thomas Hemerken von Kempen, geboren, er schuf (u.a.) das bis in die Gegenwart hochgeschätzte Werk „De imitatione Christi“ (Über die Nachfolge Christi), es ist neben der Bibel das meistverbreitete Buch aller Zeiten. Seit dem 16. Jahrhundert bis heute sind zahllose Ausgaben in nahezu allen Kultursprachen der Welt erschienen, allein in deutscher Sprache sollen es etwa 4000 Ausgaben sein. Der englische Autor C. S. Levis schrieb: „Ich lese die Nachfolge Christi fast jeden Tag, aber das ist, als läsen Geschöpfe ohne Flügel über die Stratosphäre“ (1941).

„Meine biografischen Texte“, D. Slark, „ entstanden größtenteils durch persönliches Interesse für bestimmte Menschen … So gibt es keine Kapitel über Johann Wolfgang von Goethe, Johann Sebastian Bach oder Georg Friedrich Händel“. Über diese Genies existieren zahlreiche Schriften und Bücher.

Vorgestellt werden z.B. die Forscherin und Malerin Maria Sibylla Merian. Der Philosoph und – Fürst der Wissenschaft Gottfried Wilhelm Leibnitz.  Michael Praetorius – Komponist zwischen Renaissance und Barock. Heinrich Schütz – Ahnherr der deutschen Oper und Meister der Kirchenmusik. Martin Opitz – Vater der deutschen Dichtkunst. Johann Christoph Gottsched – Reformer des deutschen Theaters. Der Dichter und Schriftsteller Johann Christoph von Grimmelshausen – Simplicissimus in Krieg und Frieden. Johann Heinrich Pestalozzi – der große Pädagoge und Reformer des Elementarunterrichts. Caroline Große Landgräfin von Hessen-Darmstadt – Förderin der Künste und ihr Musenhof des Geistes.  Oder einer der berühmtesten Ritter, Minnesänger und Dichter des 12. Jhs. – Hartmann von Aue.

 

Die o.g. Beiträge erinnern an Menschen und vergangene Zeiten, auch um der Gegenwart etwas entgegen zu setzen. Die Pflicht der Dichter heißt: Erinnerung, in vielfältiger Weise wie auch immer.      

 

Dittker Slark  „Zeugen ihrer Zeit“ Bedeutende Persönlichkeiten von

800 – 1750.  Elisabeth Linnig Verlag  Kunst + Literatur, Darmstadt   

ISBN 9783925591297

 

                                                                                                             Rezension  EMvB